Dienstag, Oktober 02, 2007

Madrid stinkt!

Gleich am zweiten Tag finde ich ein Internetcafe. Das ist doch gar wundervoll. Von allem weltlichen habe ich mich auch noch nicht losgesagt, da kann ich das ja auch einfach mal benutzen. Na gut. Gefunden ist nicht nicht der richtige Ausdruck. Wenn ich in unser heutiges Albergue komme, ist es gleich links. Steht an der Tuer. Und die Tastatur hat kein ue. Also in eins. Ihr wisst was ich meine.

Ihr findet mich hier in der Anfaengergruppe. Wir sind die, die erst von Leon aus losgegangen sind. Derzeit zieren weder Blasen unsere Fuesse, noch wurden wir von Infektionen heimgesucht. Irgendwelche Krisen haben uns auch noch nicht geschuettelt, wir sind noch voellig jungfraeulich. Frisch geboren. Ausgeferkelt von Madrid nach Leon um jetzt die ersten Schritte zu gehen.

Am ersten Tag haben wir schon folgendes gelernt: a) es ist voellig unmoeglich, auf dieser Tastatur die Anfuehrungszeichen zu finden, b) Sage niemals, dass du pilgerst, weil du den Hape gelesen hast. Wenn du in eine Herberge reinkommst, stelle dich am besten gleich am Anfang in die Tuer und skandiere laut und deutlich, dass du noch nicht einmal ansatzweise von dem Buch gehoert haettest. Du haettest das Buch noch nicht einmal gelesen. Ausserdem hast du auch nicht vor, es jemals zu lesen. Niemals. Auch Paolo Cohelo oder wie der heisst. Kenne am besten noch nicht einmal seinen Namen.

Hapepilger sind irgendwie keine echten Pilger. Ich habe mir daher Alternativausreden ausgedacht. Ich werde einfach behaupten, ich mache das jetzt schon seit Jahren mit dem Pilgern und dieses Mal halt wieder von Leon. Gaehn. Die Zweite Begruendung ist auch gut: Ich gehe stellvertretend fuer Freunde die krank sind und ungluecklich. Fuer Gluck. Gluck und Zufriedenheit. Fuer Familie und kranke Hunde.

Wenn das jetzt schlimm klingt, ist das gelogen. Bisher hatten wir es noch wenig schlimm. Wir haben direkt auf den ersten Kilometern zwei Frauen aus Frankfurt und Berlin kennengelernt, die ebenso wie wir in der Anfaengergruppe sind, und die jetzt, zumindest mal zeitweise mit uns lernen.

Und das geht ganz schoen schnell. Das lernen. Das wachsen. Das mit dem wachsen geht allerdings ein wenig schneller. Ewiglange leicht feuchte Lehmpiste. Das klebt besser als Neuschnee. Irgendwann hat sich das halbkreisfoermig unterm Schuh formiert und man ist ziemlich froh, dass man Stoecke dabei hat, um die Wackelpartie heil zu ueberstehen. So macht man das als Kind. In der Anfaengergruppe. Immer schoen im Matsch spielen.

Heute war sie also, unsere anale Phase. Ich gehe jetzt gleich allerdings in die orale Phase ueber und werde mir ein Bierchen genehmigen.

Hasta la vista...nee buen camino allseits. Uebriges: Madrid ist riesig. Und stinkt.

Kommentare :

mahort hat gesagt…

kaum unterwegs und schon nachrichten! ich bin ja so erleichtert - doch keine lange kühlenblondenbloglose zeit.

könnte mir vorstellen, das öfters ein netcafé neben den herbergen steht. die pilger aus aller welt sind da sicher rentable kundschaft.

dann weiterhin viel gluck! und.. wer ist denn dieser hape, von dem du da unbekannterweise schreibst? ;-)

und hier noch was fürs nächste mal:
äääääääääääääääääääääääääääääääääää
üüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüü
öööööööööööööööööööööööööööööö

sisou hat gesagt…

Hey! Da ist sie wieder! *freu*

Ich hab mir heute schon überlegt, wie ich die Zeit überbrücken soll. Gibt doch nur Schrott im Netz. Echt ey. *grummel*

Die Berlinerinnen scheinst du ja mächtig anzuziehen. Die eine lässt du hier tieftraurig zurück und schon gabelst du in Madrid die nächste auf. *g*

So. Und warum ist ein Bier erlaubt, wenn man... äh Frau pilgert? Ich denke, man soll allem und jedem entsagen. ;-) Aber mach mal. So ne Tour übersteht man wohl einfach besser, wenn man ein Bierchen intus hat. Oder zwei, oder drei. ;-)

@ Mahort: Du kennst Hape nicht?! Echt nicht? Den Kerkeling meint sie. Der hat ein Buch über seinen Pilgerweg geschrieben. Und was der kann, kann meine Lieblingsbloggerin bestimmt erst recht. ;-)

Jens-Rainer hat gesagt…

Hallo Sabine,
Viel Glück auf dem Weg!
Hape Kerkeling hat übrigens ein Buch über den Jakobsweg geschrieben, wusstest Du das? Kann ich Dir mal ausleihen, wenn Du magst. Ist sicher interessant, jetzt wo Du den Weg aus eigener Anschauung kennenlernst.
Gruss, Jens

mahort hat gesagt…

@ sisou: doch, klar, darum auch das ;-) dahinter. aber man soll ihn doch nicht kennen dürfen...

Martin hat gesagt…

Sie Lebt :) Ich wünsche ihr noch viele Inetcafs auf dem Weg zur Erkenntniss :)