Donnerstag, Februar 01, 2007

Komplimente

Sind doch etwas schönes. Mal so grundsätzlich. Jeder Mensch freut sich, wenn man etwas Nettes über ihn sagt. Wenn man wie ich in einer Bank arbeitet, in welcher die Vaselinetube von vielen Mitarbeitern stets im Anschlag getragen wird, ist einem das Gekomplimente jedoch etwas verlieden. Nie kann man sich sicher sein, ob es jetzt ernst gemeint ist oder nur gut auswendig gelernte Technik. "Du mußt etwas Nettes sagen, los!".

Wie seinerzeit in der phantastischen Folge von "Traumhochzeit", als die Braut in einer originalen Scheußlichkeit am Ende der Show die Treppe hinunterstakte, die Kamera auf das fassungslose Gesicht von Linda de Mol schwenkte, in dem es angestrengt arbeitete, mit dem Ergebnis, daß diese schließlich sagte: "Oh.....du hast soo scheeune Schuhe an".

Hier denkt man doch: lieber einmal mehr den Mund halten. Hier wäre weniger mehr gewesen. Ein lächelndes Ekelgesicht mit einem langgezogenen "mmmmmhhhh", perfektioniert von Biolek, wenn er das von den Gästen gekochte Essen nur unter Zwang runterwürgen konnte, läßt sämtliche Interpretationen offen und niemand muß lügen.

Einen schalen Nachgeschmack hinterlassen auch Standardkomplimente. "Ach, sie sind Mutter und Tochter? Ich dachte, sie wären Geschwister". Würg. Wer glaubt denn sowas? Oder bin ich wirklich nur zu abgestumpft?

Es gibt einen Unterschied zwischen ehrlichen herzlichen Komplimenten, die um ihrer Selbst willen in der aktuellen Situation gesagt werden mit dem einzigen Zweck auszudrücken, was man grade empfindet. Diese Komplimente wärmen das Herz, lassen die Sonne aufgehen und einen großen Sack Freude auf einen plumpsen. Und es gibt die Komplimente, die einzig auf ein Ziel hinarbeiten. Das kann alles mögliche sein. Pimpern, Wähler gewinnen, einen Abschluß machen, Arbeit delegieren, sich in ein positives Licht rücken. Alles mögliche. Eigennutz. Technik. Eigentlich kein Kompliment. Schaler Nachgeschmack mit dem diffusen Gefühl, über den Tisch gezogen worden sein.

Ach, egal. Sie sehen heute aber wieder bezaubernd aus, lieber Leser. Ganz entzückend. Bringen Sie meine Pfandflaschen zum Getränkemarkt?

Kommentare :

lorretti hat gesagt…

danke für die netten worte an deine treue leserschaft ... nur das mit dem wegbringen der leeren flaschen kannste wohl vergessen ... zumindest meinerseits.

mahort hat gesagt…

das kompliment kann ich nur zurückgeben: du bist die bezauberndste bloggerin, deren virtuellen weg ich heute gekreuzt habe..
also ICH würde die flaschen wegbringen; bloss müsstest du mir den anreiseweg aus der schweiz in den hohen norden und zurück vergüten..

Mike hat gesagt…

G......Blog; Achtung, das war ein Kompliment.
@mahort; Wir könnten ja ne Fahrgemeinschaft CH-HH bilden. Easyjet ab Basel ist auch ne Alternative; da hat man den Preis durch das Flaschenpfand von den 500 Buddeln locker wieder raus!

mahort hat gesagt…

ja lesen denn nur noch schweizer diesen blog? oder trauen sich die anderen keinen kommentar mehr zu?

@mike: stimmt, die haben ja pfand. bin ich gar nicht gewohnt. (für die ausländer : hierzulande kostet pet nix.)

oldmarty hat gesagt…

Auch von mir ein Lob an die netteste jung aussehende Bloggerin hier. ;)

Kühles Blondes hat gesagt…

ach ihr lieben, danke, wisst ihr was? wenn ich das nächste mal in die schweiz komme, bringe ich einfach ein paar von den flaschen mit. die können wir dann prima wegbringen. sogar mehrmals. sind ja mehrwegflaschen :)

Markus hat gesagt…

Heißt der Artikel jetzt eigentlich, daß ich nicht mehr schreiben darf, daß mir Dein Blog gefällt, bloß weil ich hoffe, von Dir zum Essen eingeladen zu werden ? :-)

Der_grosse_Transzendentale_Steini hat gesagt…

Was für ein ausgesprochen hübscher Blogeintrag. Steht dir sehr gut!

With compliments,
Steini

Anonym hat gesagt…

Du scheinst der Schweiz ja immer näher zu kommen. Also ich für meinen Teil, würde auch sagen, du passt hierher;-)) gruss von Schwesterlein;-)