Freitag, September 07, 2007

Eine Rede - fiktiv doch männlich

Ich habe nicht viele Wünsche an das Leben. Wahrlich nicht. Aber wenn ich etwas erwarte, dann sind das Anstand und Moral, korrekter Umgang und formvollendetes Auftreten, nicht nur in der Öffentlichkeit. Ich bin der Ansicht, diese Erwartungen durchaus legitim nicht nur mir selbst aufzuerlegen, sondern auch anderen abverlangen zu dürfen.

In einer Zeit wie dieser, in denen die Sitten zunehmend verrohen, halte ich es für meine dringende Aufgabe, auf Missstände hinzuweisen und energisch darauf zu bestehen, dass diese umgehend ausgeräumt werden, damit ein friedvolles und vor allem ruhiges Miteinander möglich ist. Die Frauen, meine sehr verehrten Zuhörer, müssen gestoppt werden.

Wie man mir berichtete, sitzen Frauen in der heutigen Zeit des Abends in Spelunken herum und konsumieren Alkohol und gar Nikotin. Sie reden unflätig und widernatürlich roh und befleißigen sich eines offenherzigen Äußeren mit dem einzigen Zweck, hinterhältig Männer in ihr Bett zu locken um sie dort zu ihrem eigenen Vergnügen zur Unzucht zu nötigen. Grob und gröhlend zerren die sich stets nach besten Kräften zur Wehr setzenden Männer in ihre Wohnungen um dort Unaussprechliches zu veranstalten. Mir wird direkt wenig schwindelig, wenn ich an diese Szenen auch nur denke. Ich muß mich setzen. Es sind doch nur Männer. Sie vermögen sich nicht zu verweigern, dazu fehlt ihnen die Kraft. Aber innerlich, glauben sie mir, innerlich weinen sie noch bis früh in den Morgen.

Neulich erst sah ich - und das nicht zum ersten Male - Männer auf den Straßen mit blutunterlaufenen Augen aus fremden Türen treten, am Ende ihrer Kräfte, die glasigen Blickes versuchten, ihr Tagwerk anzutreten. Bösartig wurden sie wachgehalten, ausgelaugt, ausgesaugt. Nur noch Schatten ihrer selbst. Benutzt und weggeworfen. Einwegmänner, von der letzten Illusion beraubt, in einer, nein, in dieser Frau noch einmal das Wesen zu sehen, welches er sich einst als Mutter für seine Kinder wünschte. Respektlos wurde er genommen, Respekt hat er verloren. Wie weit ist das bloß schon gekommen?

Die sexuelle Revolution, meine Damen und Herren, ist vierzig Jahre her. Und noch immer haben wir mit den Ausläufern zu kämpfen. Der Anfang vom Ende ist klar definierbar. Den Frauen wurde zugestanden, Sexualität als Vergnügen zu empfinden statt als Pflicht. Wie konnte so etwas passieren? Die brave Frau hat ein passives Wesen zu sein. Ein hinnehmendes, aber doch kein nehmendes. Zumal es Regeln für Annährung außerhalb der Prostitution gibt. Regeln, wonach der erste sexuelle Akt zunächst vom Manne angetäuscht und von der Dame seines Herzens natürlich abgelehnt wird.

Es haben ein paar Wochen keuscher Annährung voranzugehen. Und saubere Mädchen, meine Damen und Herren, anständige Mädchen, welche uns von unseren Müttern ans Herz gelegt wurden, die halten das auch so. Sie widerstehen dem Begehren des Mannes weil sie wissen, dass Warten das Verlangen des Mannes steigert. Ebenso wie die Liebe, die im gleichen Maße im Manne selbstverständlich wächst.

Doch wo sind sie, diese keuschen Mädchen? Weg sind sie. Älter werden sie und verdorben. Und die anderen laufen herum und verstreuen Hormone. Und danach blockieren diese Medusen Arbeitsplätze. Wichtige Arbeitsplätze. Erst reissen sie sich unsere Männlichkeit unter die roten Nägel und dann noch unser Auskommen. Wo soll das noch hinführen?

Singles und Arbeitslose, Unglück wohin man blickt. In jeder Altersstufe. Und das nur, weil die Frauen unbedingt finanziell unabhängig und sexuell fordernd sein müssen. Das kann so nicht weitergehen. Deutschland stirbt aus wegen der Emanzipation. Es muß etwas passieren, wenn die Ehe und Familie wieder zu ihrem Recht und zur Hauptlebensform in Deutschland werden soll...

Entschuldigen Sie, ich habe mich ein wenig in Rage geredet, lassen Sie mich kurz meine Stirn abtupfen.

Also, wie kommen wir aus diesem Moloch wieder heraus? Wie stellen wir Recht und Ordnung wieder her? Zucht und Disziplin? Ich persönlich rate zu einem, zugegebenermaßen radikalen, aber sehr wirkungsvollen Mittel, für welches ich eine Unterschriftensammlung ausgelegt habe und Sie herzlich bitte, beim Hinausgehen ihre Stimme für eine ruhige Zukunft zu erheben und zu unterschreiben.

Wie wir uns vorstellen können, wird die Verträglichkeit und Liebenswürdigkeit der Frau wieder rapide steigen, sobald man ihnen gewisse Freiheiten in ihrem eigenen Interesse wieder beschneidet. Da sind sie wie die Kinder, für die wir eine Verantwortung haben. Sie können mit allzuviel Freiheit doch gar nicht umgehen. Da die Beschneidung an sich auch in meinen Augen ein Mittel ist, welches nicht über jeden Zweifel erhaben ist und bestimmt Widerspruch und Diskussionen auslösen würde, die Idee aber in die richtige Richtung geht, schlage ich vor, eine zeitgemäßere Form zu wählen und die weibliche Bevölkerung von Amts wegen ab Erreichen der Pubertät mit regelmäßigen Botox-Injektionen in die Klitoris zu versorgen.

Sie werden sehen, daß die Energie, welche jetzt in untunlichem Verhalten sexueller Natur mündet, mit einem mal wieder produktiv den ureigenen Aufgaben der Frau an sich zur Verfügung steht, welche da wären: Gebären, kochen, putzen und allgemeine Haushaltssorge. Alle wären zufrieden.

Falls es notwendig sein sollte, daß sie ihre Frau auch außerhalb der eigenen vier Wände arbeiten schicken müssen, schlage ich die Einführung eines Einheitsgehaltes für weibliche Mitarbeiter vor, welches ausreichend ist, und doch nicht zu übermütiger Selbständigkeit verführt.

Sie werden sehen, daß der Hausfriede im gesamten Bundesgebiet, ich wäre sogar geneigt zu sagen in Europa, kurzfristig wieder einzieht, was sich positiv auf die Gesamtwirtschaft auswirken wird. Manchmal ist es eben einfacher als man glaubt. Vertrauen Sie mir und vergessen Sie nicht, zu unterschreiben.

Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit.

Kommentare :

Ralf hat gesagt…

Richtig so!
Und wieweit muß ich jetzt flüchten?

sisou hat gesagt…

Ich nehm mir jetzt'n Strick.

Wäääh... ich bin böse, böse, böse... und schlecht. Bitte, bitte gib mir schnell mein Botox, damit ich nie wieder einen Mann auslaugen kann.

Ähm... könnte ich die Botox-Injektion lieber zwischen die Augenbrauen kriegen? *duckundweg*

Markus hat gesagt…

Sarensemal..... was hast Du denn genommen ?

Kühles Blondes hat gesagt…

ralf, da gibts bestimmt selbsthilfegruppen ;)

sisou, ich glaube, an das böse-sein konnten wir uns seit der apfel-sünde im paradies gewöhnen

markus, die korrekte frage lautet wohl eher: "wen"

der lange hat gesagt…

laß mich raten: du hast aus den neuesten traktaten von eva herrmann zitiert?

Singamoebe hat gesagt…

Ich sach ja, die Jungs suchen alle ne Mutti - nach dem Motto "Alles Frauen sind Schlampen, bis auf Mutti" *gähn* Welche Frau will schon so was?

Babarossa hat gesagt…

Wo sind denn diese Spelunken?

Der_grosse_Transzendentale_Steini hat gesagt…

Man könnte uns ja den Jagdtrieb weg genmanipulieren. Vielleicht mit Mais. Dann wär alles gut.

Bob hat gesagt…

Aus welcher schlechten Erfahrung resultiert denn diese Niederschrift? Was ist denn passiert? Und... ich hab Hunger. Los in die Küche! Koch! Nackt!

Dennis hat gesagt…

Bine, bist Du unter die Buchautorinnen gegangen...?

Und nächstes Mal bitte was über die Autobahnen - war ja schliesslich nicht alles schlecht damals...


;-)

der lange hat gesagt…

@singamöbe: also ich find dieses nach mutti suchen ziemlich abartig. wenn ich mir das vorstell mit meiner mutter (nichts gegen sie, die ist i.O.!). neenee, ich nehm lieber die schlampe^^